18. April 2017
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Ihr Ratgeber Nierenkrebs
Nierenkrebs befällt in den meisten Fällen nur eine Niere. Das Nierenzellkarzinom ist mit etwa 95 Prozent die häufigste Art von Nierenkrebs.
Was ist Nierenkrebs

Was ist Nierenkrebs?

Nierenkrebs ist ein Sammelbegriff für maligne (bösartige) Wucherungen in der Niere. In etwa 95 Prozent der Fälle von Nierenkrebs handelt es sich um ein sogenanntes Nierenzellkarzinom, welches durch entartete Zellen der Harnkanälchen in der Niere entsteht.

In vielen Fällen wird der Tumor zufällig bei einer Untersuchung aufgrund einer anderen Erkrankung entdeckt, da Nierenkrebs vor allem im früheren Stadium kaum spezifische Symptome verursacht. Ein Tumor in der Niere kann z. B. durch eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) sichtbar werden. Hat der Patient bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, kann es zu Symptomen wie Blut im Urin oder Schmerzen in der Nierengegend kommen. In einem solchen Stadium kann sich der Tumor auf umliegendes Gewebe oder die Nebenniere ausdehnen.

Die Theapieplanung bei Nierenkrebs richtet sich unter anderem nach dem Erkrankungsstadium. Dafür wird meist die TNM-Klassifikation zurate gezogen, die Auskunft über die Ausdehnung des Tumors, das Vorhandensein von Metastasen und einen Befall der Lymphknoten gibt. Vor allem in einem forgeschrittenen Stadium kann es erfolderlich sein, das die Niere komplett entfernt werden muss. Bei kleineren Tumoren wird der Arzt zunächst versuchen, eine nierenerhaltende Operation durchzuführen und nur den Tumor zu entfernen.

Laut Angaben des Robert Koch-Instituts erhalten in Deutschland jährlich rund 15.000 Patienten die Diagnose Nierenkrebs, wobei sich die Anzahl in etwa zwei Drittel männliche und ein Drittel weibliche Patienten unterteilt. Das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Nierenkrebs liegt bei Männern bei 68, bei Frauen bei 72 Jahren. Auch Kinder können in seltenen Fällen an Nierenkrebs erkranken. Dann handelt es sich meist um einen sogenannten Wilms-Tumor.

Besonders häufige Form von Nierenkrebs: Das Nierenzellkarzinom

Das Nierenzellkarzinom, auch Nierenzellkrebs genannt, ist die häufigste Art von Nierenkrebs und wird auch als Nierenkrebs im engeren Sinne gesehen. Wie bei anderen Krebsarten auch, entsteht das Karzinom, also die Krebsgeschwulst, aus einer unkontrollierten Zellteilung. In der Niere sind meist die Zellen aus den Harnkanälchen, dem sogenannten Tubulussystem, betroffen. Warum eben diese Zellen bei Nierenzellkrebs entarten und zu wuchern beginnen, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Unter Umständen haben Menschen, die vom Hippel-Lindau-Syndrom betroffen sind, ein erhöhtes Risiko für ein Nierenzellkarzinom.

NierenkrebsMediziner unterscheiden unterschiedliche Arten von Nierenzellkrebs danach, in welchem Gewebe das bösartige Zellwachstum entsteht. Das sogenannte klarzellige Nierenzellkarzinom tritt mit etwa 80 Prozent am häufigsten auf. Bei ca. 15 Prozent der Patienten wird ein papilläres Nierenzellkarzinom, bei knapp fünf Prozent ein chromophobes Nierenzellkarzinom diagnostiziert. Das Ductus-Bellini-Karzinom, was auch als Sammelzellkarzinom bezeichnet wird, ist eine besonders bösartige Form von Nierenzellkrebs, die sich rasch ausbreitet, aber in der Regel sehr selten vorkommt.

Diese Arten von Nierenkrebs betreffen fast immer nur eine Niere, ein beidseitiges Auftreten kommt nur bei etwa zwei Prozent der Betroffenen vor. Meist beginnen die Zellentartungen bei Nierenzellkrebs im unteren Teil der Niere, der in Richtung Becken weist. Warum Nierenzellkarzinome vor allem diese untere Nierengegend überdurchschnittlich häufig befallen, bleibt bis heute unklar.

Nierenbeckenkarzinom

Unter den Begriff Nierenkrebs fallen auch die sogenannten Nierenbeckenkarzinome. Die Zellwucherungen entstehen hier in den Schleimhäuten des ableitenden Harntrakts, insbesondere Nierenbecken, Harnleiter und Blase. Die Geschwulst bildet sich also nicht in der Niere selbst. Diese Unterscheidung zu anderen Formen von Nierenkrebs kann vor allem für die therapeutischen Maßnahmen entscheidend sein. Bei einem Nierenbeckenkarzinom greifen häufig die Empfehlungen der Therapie zum Harnblasenkrebs.

Weitere Arten von Nierenkrebs

Bösartige Zellveränderungen in der Niere müssen nicht immer aus der Niere selbst entspringen. In manchen Fällen kann Nierenkrebs auch aus Fernmetastasen einer anderen Krebsart wie zum Beispiel Lungen- oder auch Brustkrebs entstehen. In selteneren Fällen können sich auch Sarkome der Niere entwickeln. Sarkome sind Tumoren, die ihren Ursprung im Weichteilgewebe oder den Knochen haben. Sarkome nehmen meist einen besonders aggressiven Verlauf.

Bei etwa fünf Prozent der Diagnosen von verändertem Zellmaterial in der Niere handelt es sich um gutartige Nierentumoren. Diese Arten von Zellmutationen weisen zunächst dieselbe Charakteristik wie maligne, also bösartige Veränderungen auf, sind jedoch in der Regel ungefährlich. Dazu gehören zum Beispiel sogenannte Angiomyolipome, Angiome, Fibrome, Neurofibrome, Leiomyome, Onkozytome oder Rhabdomyome. Ob eine Wucherung in der Nierengegend gut- oder bösartig ist, kann nur mittels Gewebeprobe eindeutig festgestellt werden.

Sabrina Mandel

 18. April 2017
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Neben Übergewicht und regelmäßigem Tabakkonsum können auch erbliche Faktoren bei der Entstehung von Nierenkrebs eine Rolle spielen.