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Ratgeber Nierenkrebs

Informationen für Betroffene und Angehörige

Therapie

Die Wahl der therapeutischen Maßnahmen ist abhängig von der diagnostizierten Größe und Lage des Nierenzellkarzinoms und eventuell bereits vorhandener Metastasen. Da Nierenzellkarzinome nur unzureichend auf Zytostatika ansprechen, gilt derzeit die operative Entfernung der erkrankten Niere als Mittel der Wahl zur Therapie von Nierenkrebs und kann u. U. zur vollständigen Heilung des Patienten führen. Zur Behandlung der fortgeschrittenen Nierenkrebsstadien werden zusätzliche therapeutische Maßnahmen durchgeführt.

Operative Maßnahmen

Bei den operativen Maßnahmen die bei Nierenkrebs zum Einsatz kommen, kann zwischen der nierenerhaltenden Teilresektion sowie der vollständigen Entfernung der Niere unterschieden werden. Eine Teilresektion der Niere wird zumeist durchgeführt, wenn der diagnostizierte Nierentumor ein Ausmaß von 4 cm nicht überschreitet und sich in einer gut zugänglichen Position befindet. Auch bei schwereren Befunden kann es u. U. zur Teilentfernung der Niere kommen, insbesondere bei Patienten mit nur einer Niere oder einer Insuffizienz des verbleibenden Organs. Im Allgemeinen wird jedoch bei positiver Krebsdiagnose die vom Nierenkrebs befallene Niere vollständig entfernt. Im Zuge des operativen Eingriffs werden die angrenzenden Lymphknoten ebenfalls entnommen und auf Veränderungen untersucht, die Hinweise auf eine Metastasierung von Nierenkrebs geben können. Ist die Krebserkrankung lediglich auf die Niere begrenzt und sind keine Metastasen festzustellen, ist eine vollständige Heilung möglich. Eine weitere Behandlung ist in diesen Fällen nicht notwendig, es sollten jedoch regelmäßige Kontrollen stattfinden. Die verbliebene Niere übernimmt im Allgemeinen die Aufgaben des entnommenen Organs vollständig, sodass für den Patienten keine besonderen Einschränkungen zu erwarten sind.

Therapeutische Maßnahmen

Bei etwa einem Zehntel der Erkrankungen an Nierenkrebs werden zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen festgestellt. Eine vollständige Heilung kann in diesem Stadium der Nierenkrebserkrankung schwer erreicht werden. In einigen Fällen kann auch hier das erkrankte Organ mit den benachbarten, befallenen Lymphknoten entfernt werden, um so die Überlebenszeit des von Nierenkrebs Betroffenen zu verlängern. Zusätzlich zu dem operativen Eingriff wird palliativ versucht, die Metastasenbildung einzudämmen. Zu diesem Zweck kann beispielsweise eine Strahlentherapie oder eine Immuntherapie durchgeführt werden. Bei der Immuntherapie werden sog. Zytokine (Interleukin, Interferon) verabreicht, die das Immunsystem so stimulieren, dass es entartete Zellen erkennt und bekämpft. In ca. 15 % der Fällen kann so eine Rückbildung der Tumoren bzw. ein Metastasenstillstand erreicht werden.

Prognose und Heilungschancen

Wie bei vielen Krebserkrankungen ist es für die Prognosestellung auch im Falle des Nierenzellkarzinoms von erheblicher Bedeutung, in welchem Stadium der Nierenkrebs diagnostiziert wird. Da es erst im fortgeschrittenen Stadium von Nierenkrebs zu den einschlägigen Symptomen kommt, sind bei Diagnosestellung häufig bereits Metastasen vorhanden, wodurch eine Prognose der Heilungschancen eher ungünstig ausfällt. Die durchschnittliche Fünf-Jahres-Überlebensrate bei einem Nierenzellkarzinom ohne Metastasenbildung liegt bei etwa 50 %.

Nicole Breuer

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