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Ratgeber Nierenkrebs

Informationen für Betroffene und Angehörige

Ursachen und Entstehung von Nierenzellkarzinomen

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Nierenkrebs sind bisher nicht eindeutig geklärt. Es bestehen Vermutungen, dass bestimmte äußere Faktoren die Entstehung von Nierenkebs begünstigen können. Auch eine genetische Veranlagung kann zur Entstehung von Nierenkrebs führen.

Risikofaktoren für die Enstehung von Nierenkrebs

Als ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Nierenkrebs wird das Rauchen angenommen. Etwa 30 % der Nierenkrebserkrankungen bei Männern sowie 24 % bei Frauen stehen mit übermäßigem Tabakkonsum in Verbindung. Auch eine vorhergehende Schädigung der Niere, beispielsweise durch Schmerzmittelmissbrauch, kann die Entstehung von Nierenkrebs begünstigen. Durch ein Verbot der hauptsächlich nierenschädigenden Substanz Phenacetin im Jahre 1986 ist jedoch eine Abnahme der Häufigkeit der Analgetikanephropathie (Phenacetin-Niere) und der daraus resultierend möglichen Entstehung von Nierenkrebs zu verzeichnen.

Als potenziell nierenschädigend, krebsauslösend und somit auch als Auslöser für Nierenkrebs kann auch der Kontakt mit Asbest, Kadmium, Teer, Holzschutzmitteln und anderen petrochemischen Substanzen gelten. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung von Nierenkrebs können Adipositas oder auch Bluthochdruck sein. Eine genetische Disposition zur Entstehung von Nierenkrebs stellen das sog. von-Hippel-Lindau-Syndrom (VHL-Syndrom, Morbus Hippel-Lindau) sowie die tuberöse Sklerose dar.

Genetische Prädispositionen

Die autosomal-dominant erbliche Erkrankung des von-Hippel-Lindau-Syndroms (VHL), gehört wie beispielsweise die tuberöse Sklerose, zu den sog. Phakomatosen (Krankheiten mit Fehlbildungen an Haut, Augen und Nervensystem) und ist gekennzeichnet durch meist gutartige Tumorbildung (Angiome) in verschiedenen Bereichen des Körpers. Hiervon betroffen sind zumeist die Netzhaut sowie das Zentralnervensystem. In Bauchspeicheldrüse, Leber und Nieren können Zysten entstehen. Insbesondere die Gewebeveränderungen im Bereich der Nieren sind häufig von einer bösartigen Entwicklung zum Nierenzellkarzinom betroffen. Ursache für die starke Tumorbildung ist eine Mutation auf dem VHL-Tumorsuppressorgen. Mit einer Häufigkeit von 1:35000 handelt es sich hier um eine eher seltene Erkrankung. Auch die tuberöse Sklerose geht mit gehäufter Tumorbildung in verschiedenen Organen einher, hauptsächlich betroffen sind hier Haut, Gehirn sowie Nieren, Lunge, Leber und Milz, verbunden mit dem Risiko einer malignen Entartung. Verantwortlich für das verstärkte Tumorwachstum ist auch in diesem Fall ein Defekt eines Tumorsuppressorgens. Die tuberöse Sklerose ist wie das von-Hippel-Lindau-Syndrom eine seltene Erkrankung und wird mit einer Häufigkeit von 1:20000 bis 1:40000 angegeben.

Verlauf

Bei einer Nierenkrebserkrankung entstehen die Krebszellen zumeist in dem die Harnkanäle, die sog. Tubuli, auskleidenden Epithel. Ausgehend vom Pol der Nieren verbreitet sich der maligne Tumor im Nierengewebe, um in einem späteren Stadium in das Nierenbecken oder in die benachbarten Blutgefäße einzudringen. Gelangen die entarteten Zellen in den Blutkreislauf, können Metastasen vor allem in Lunge, Skelett, Gehirn, Nebennieren und Lymphknoten entstehen.

Nicole Breuer

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